GENITALSCHMERZEN
Schmerzen im Genital (Genitalbereich)
Chronische Genitalschmerzen betreffen hauptsächlich das weibliche Geschlecht. Überwiegend klagen die Frauen über diffuse, anhaltenden Scheidenschmerzen, seltener über Schmerzen im Bereich des äußeren Genital es (Schaml ippen).
Patientinnen, bei denen paroxysmale (= anfallsartige)
Genitalschmerzen auftraten, sahen wir bei
uns bisher nicht.
In der Regel konnten auch wiederholte
gynäkologische Untersuchungen keine kausale (=
einer bestimmten Krankheit zuzuordnende) Schmerzursache aufdecken.
Schmerzen im Bereich der großen
Schaml ippen
können auf Störungen der Nervenwurzeln L1 und L2 (=
Nervenwurzeln des
Rücken
marks im
Lendenbereich)
zurückzuführen sein, auch wenn diese
Beschwerden als einziges Symptom (=
Krankheitszeichen)
vorliegen und nicht von z. B.
Leistenschmerzen begleitet sind.
Als weitere Ursache kommen
auch neuralgieartige Störungen der Endäste der Nerven ilioinguinalis und
genitofemoralis (=
Nerven der Leistengegend) in Betracht.
Als Genitalschmerzen dominieren beim
Mann Schmerzen im H oden.
Meist wird ein seitenbetonter, ziehender
Dauerschmerz mit wechselnder Intensität
angegeben.
Hodenschmerzen ohne Seitenbetonung sprechen eher für eine psychogene
(= die Psyche betreffende) Schmerzursache. Wenn
ein seitenbetonter
Hodenschmerz als
einziges Symptom (= Krankheitszeichen) vorliegen, ist an Affektionen (= Störungen) der
Nervenwurzel
L1 und L2 (siehe oben) zu
denken.
Als weitere Ursache sind auch neuralgieartige Störungen des Endastes des
Nervus genitofemoralis (Ramus (= Nervenast)
genitalis) in
Erwägung zu ziehen, manchmal mit einer Schmerzausstrahlung ins
Bein
(innerer,
rumpfnaher Oberschenkel)
einhergehend.
Bei Schädigung des N. genitofemoralis (Spermatikusneuralgie) kommt es zu einem Ausfall des Kremasterreflexes (= Reflex des Hodensacks), häufig verbunden mit Schmerzen im (gleichseitigen) H oden bzw. H odensack, Frauen klagen über Schmerzen im Bereich der großen Schaml ippen.
Für anhaltende Penisschmerzen gibt es eine Reihe von möglichen Ursachen. Am häufigsten sind diese chronisch entzündlicher Natur (v.a. Peniserysipel (= Wundrose), Balanoposthitis (= Eichel- und Vorhautentzündung), Cavernitis (= En tzündung der Schwellkörper), Urethritis (Harnleiterentzündung).
Weitere (seltene) Ursachen für diese Genitalschmerzen:
Induratio pen is plastica (= flache strangförmige oder flächenhafte Verhärtung des Glied es)
Pen isdeviation (= Verkrümmung des Gl iied es)
"Pen is fraktur" (= plötzliches, gewaltsames Abknicken, wobei Blutgefäße im Gl ied platzen)
Behandlung von
Genitalschmerzen:
Nicht selten verbleiben trotz einer kausalen (= auf die Ursache gerichteten) fachärztlichen Behandlung weiterhin Schmerzen im Genital bzw. Genitalbereich, so daß dann schmerztherapeutische Behandlungsmethoden gefragt sind. Oft sind diese bei verschiedenen Grundkrankheiten die gleichen, da sie sich nach den Schmerzen und deren Ausdehnung und nicht mehr vorrangig nach der Ursache richten. Länger bestehende Genitalschmerzen erfordern praktisch immer eine Kombination von verschiedenen Therapieverfahren, die i.d.R. nur in spezialisierte Zentren (Schmerzklinik) angeboten werden können. Bei Schmerzen im Genital bzw. Genitalbereich sind dies:
Information über die Erkrankung
Medikamentöse Behandlung (u.a. Analgetika (= Schmerzmittel), evtl. auch Spasmolytika (= Mittel gegen Krampfzustände), schmerzlindernde Psychopharmaka, auch als Infusionen, individuell ausgetestet)
Therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) in Form von Infiltrationen und Nervenblockaden, evtl. rückenmarknahe Blockaden, auch kontinuierlich mit Katheter
Evtl. TENS-Therapie (schmerzlindernde elektrische Ströme, die von einem kleinen tragbaren Gerät abgegeben werden)
Psychologische Therapieverfahren (insbes. Entspannungsverfahren und Schmerzbewältigungstraining)
Evtl. Physiotherapie (Krankengymnastik und Anwendungen) bei begleitenden Funktionseinbußen
Therapeutische
Lokalanästhesie
(=
Behandlung mit einem örtlichen
Betäubungsmittel)
bei
Schmerzen im Genital bzw. Genitalbereich:
Bei isolierten Schmerzen im Gl
ied können
wiederholte Betäubungen des Nervus dorsalis pen is im Bereich der Pen
iswurzel versucht werden.
Unterer Anteil der Schaml ippen, hinterer
Anteil des Hodensacks, Vestibulum vaginae
(=
Scheidenvorhof),
und Pen is werden sensibel aus dem Plexus sacralis (= Nervengeflecht aus dem unteren Rückenmark stammend) versorgt, so dass sich zur Therapie von
Genitalschmerzen in den angesprochenen Bereichen wiederholte epidurale (= rückenmarknahe) Betäubungen in Form des Kaudalblockes (= rückenmarknahe Betäubung in Höhe des Kreuzbeines) eignen.
Der Kaudalblock hat gegenüber dem lumbalen
Epiduralblock (= rückenmarknahe Betäubung in
Höhe der Lenden)
den Vorteil, dass eine geringere Dosierung benötigt wird, in der Regel reichen 5-8 ml z. B.
Bupivacain (= ein langwirkendes Lokalanästhetikum)
0,125-0,15 % aus.
Zur kontinuierlichen Blockade mit Katheter*
ist allerdings die lumbale epidurale Blockade
(=
rückenmarknahe Betäubung in Höhe der Lenden) wegen des geringeren Risikos einer En tzündung
bzw. Infektion
(= Eindringen von Mikroorganismen wie z.B. Bakterien)
vorzuziehen, jedoch mit einer Ausnahme: Schmerzen im
Af ter- (und
Da mm-) Bereich
nach
Amputation
des
Enddarm
es. In diesem Falle ist die Entzündungsquelle nicht mehr
vorhanden, so dass ein Sakralkatheter* auch über einen längeren Zeitraum belassen
werden kann.
Bei Schmerzen im Bereich der oberen Anteile
der großen Schaml ippen und des seitlichen und vorderen Anteil des Hodensacks sollte immer
ein Therapieversuch mit Blockaden
(=
Betäubungen) der Nerven
ilioinguinalis und genitofemoralis in Form einer flächenhaften Infiltrationsanästhesie
(= Betäubung durch Infiltration)
im Bereich des mehr seitlichen
Anteils des
Leisten bandes durchgeführt werden.
Blockaden
(= Betäubungen) der paravertebralen Ne rvenwurzel
L1 und L2
(= Nervenwurzeln des Rückenmarks im Lendenbereich) führen zum gleichen Ziel.
Zur
kontinuierlichen Blockade mit Katheter*
eignen sich Plexus lumbalis
(= Nervengeflecht im
Lende
nbereich) und der lumbale Epiduralraum (= Raum zwischen Rückenmark und dessen Gewebsumhüllung in
Höhe der Lenden).
Psychisch verursachte
Genitalschmerzen:
Der Anogen italbereich (=
After - und Geschlechtsbereich) ist ein bevorzugter Körperbereich für
symbolische Schmerzen im Rahmen einer Konversionsneurose. Den ersten Hinweis auf diese
Schmerzentstehung liefert oft schon die Beschreibung des Schmerzcharakters. Fast
regelmäßig wählen die betroffenen Patienten bizarre Ausdrücke wie z. B.
"tierisch, wahnsinnig" oder "wie rohes Fleisch". Häufig fehlt ein
Leidensdruck. Öfters werden die Beschwerden fast lächelnd oder auch teilnahmslos
vorgetragen. Fast regelmäßig wird angegeben, dass
Schmerzmittel nicht helfen würden. Zur Therapie werden Psychopharmaka
eingesetzt.
Diagnostik (= Maßnahmen zur Erkennung einer
Krankheit): Psychogen verursachte
Schmerzen im Genital bzw.
Genitalbereich
persistieren (= verbleiben) auch während einer diagnostischen
Spinal- oder Periduralanästhesie
(=
rückenmarknahe Betäubungen).
Erläuterungen:
* Bei der sog. kontinuierlichen Blockade mit Katheter wird der dünne Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Nerven eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muss also nicht aufgeschnitten werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das Lokalanästhetikum (= örtliche Betäubungsmittel) völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung der Lokalanästhetika durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Das örtliche Betäubungsmittel wird bei dieser Behandlung so dosiert, dass die grobe Kraft erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung der Schmerzreizleitung), damit begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich bleiben. Dass die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, dass bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Nerven betroffen sind, woraus eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert (Sympathikolyse). Dies ist der Grund, warum diese Behandlungsmethode besonders bei Schmerzen, die durch entzündliche, oder auch degenerative (= abnutzungsbedingte) Prozesse entstanden sind, hilfreich ist. Eine gute Durchblutung optimiert auch den Stoffwechsel eines gestörten oder geschädigten Nervs. Nach neueren Erkenntnissen vermag eine solche, intensive, längerfristige Blockadebehandlung auch das sog. Schmerzgedächtnis zu löschen.
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Aktualisiert: 29.08.2006 ku
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Sacroiliitis,
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Schläfenschmerz,
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Abdomen,
Schmerzen im Arm,
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Schmerzen im Bauch,
Schmerzen im Becken,
Schmerzen im Bein,
Schmerzen in den Beinen,
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Berührung,
Schmerzen bei
Entzündung,
Schmerzen bei
Berührungen,
Schmerzen bei Bewegung,
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Bewegungen, chronische
Schmerzen in der Blase,
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Synovialitis,
T
Tarsalgie,
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Tenosynovialitis,
Tennisellbogen (www.tennisellbogen.com),
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U
Übertragungsschmerz,
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Unterbauchschmerzen,
Unterleibsschmerzen,
Unterschenkelschmerz,
Unterschenkelschmerzen,
unruhiges Bein
V
Venenschmerzen,
Venöse
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